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Schummelei? Tesla Model S fliegt aus Umweltbonus

Hat Tesla beim Umweltbonus betrogen? Laut Auto Bild ja, ohne Komfortpaket wäre das Basismodell des Model S 75 D gar nicht erhältlich. Die BAFA nahm den Stromer bereits aus der Förderung. Nun gab Tesla eine Unterlassungserklärung ab.

Tesla Model S

Schummelte Tesla beim Umweltbonus? Laut Auto Bild ja. Der neuesten Ausgabe vom Freitag (01.12.2017) zufolge gibt es den Verdacht, dass sich die Kalifornier die Kaufprämie für Elektroautos „erschlichen“ haben. Um seinen Tesla Model S förderfähig zu machen, drückte der Autobauer kurzerhand dessen Preis. Wofür Tesla wieder etliche Features als optionales Komfortpaket auslagerte. Dieses beinhaltet zum Preis von 13.101 Euro brutto diverse Helfer wie Rückfahrkamera, Spurhalteassistent oder Parksensoren. So kostet das Basismodell 75D derzeit unter 60.000 Euro und ist damit vom Umweltbonus förderfähig. Was allerdings legal wäre.

Ein Reporter der Gazette machte jedoch nun anonym den Test und bestellte den Tesla Model S. Als Basismodell ohne Komfortpaket. Die Überraschung: Tesla wollte seinen Premium-Stromer so nicht verkaufen. Laut einem Tesla-Kundenberater wäre der Kauf ohne das Komfortpaket nämlich gar nicht möglich. Laut Auto Bild kein Einzelfall. Angeblich hätten andere Kunden ähnliches erlebt. Entweder stornierte Tesla selbst die Bestellung oder lieferte den Tesla Model S 75 mit Komfortpaket. Allerdings wohl zum Basispreis und somit ohne Mehrkosten.

Betrügt Tesla? Model S Basismodell nicht zu kaufen

Laut Auto Bild jedenfalls würde Tesla mit der Masche schwindeln. Das wäre Verbrauchertäuschung. Schlimmer noch, Tesla würde sich auf diese Weise staatliche Förderhilfen erschleichen. Die BAFA reagierte auf den Artikel der Gazette prompt und strich den Tesla Model S von der Liste der förderfähigen E-Modelle. Tesla selbst wehrt sich wenig überraschend ebenfalls prompt und bezeichnet den Bericht der Zeitschrift als falsch. Ein Firmensprecher erklärt:

„Jeder in Deutschland kann die Basisversion des Modells Tesla S ohne das Komfortpaket bestellen, und wir haben solche Autos an Kunden ausgeliefert.“

So wäre es auf der Website des Herstellers möglich. Was stimmt. Tesla jedenfalls will nun prüfen, ob eventuell Verkäufer falsche Angaben machten. Bei der BAFA scheint Tesla trotzdem erst mal unten durch. Der Tesla Model S wurde zum November von der Liste gestrichen, was jedoch aufgrund einer (eigenen) Prüfung geschehen sei. Diese soll schon seit Juli laufen, wie ein Sprecher der BAFA erklärte. Außerdem schaue die Behörde nun, ob sie den staatlichen Anteil des Umweltbonus von 2.000 Euro zurück fordern könne.

Update: Tesla gibt Unterlassungserklärung ab

Mittlerweile hat Tesla gegenüber der Wettbewerbszentrale eine Unterlassungserklärung unterzeichnet. In dieser verpflichten sich die Kalifornier, den Model S 75 D nicht als Standardausstattung für 69.019 Euro zu bewerben, wenn das Fahrzeug so nicht zu kaufen ist. Mit dem optionalen Komfortpaket (13.101 Euro) steigt der Preis des Stromers nämlich auf 82.120 Euro. Laut einigen Kunden sowie Auto Bild wollten Mitarbeiter des Autobauers aber nur so verkaufen. Weil der Tesla Model S 75 D angeblich gar nicht ohne Komfortpaket erhältlich wäre.

Entsprechend mahnte die Wettbewerbszentrale die Werbung Teslas als „irreführend und unlauter“ ab. Die BAFA strich den Stromer bereits von der Liste der förderfähigen E-Fahrzeuge. Einen offiziellen Grund nannte die Behörde bisher zwar nicht. Es scheint aber nahe zu liegen, dass Tesla die Bedingungen des Umweltbonus zumindest nach Meinung der BAFA nicht oder nicht mehr erfüllt.

Fakt ist: Die Werbung von Tesla verstößt gegen das Wettbewerbsrecht. Laut der schwarzen Liste des UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) ist eine solche „Lockvogeltaktik“ verboten. Ebenso wie irreführende Angaben zum Basispreis. Diese Wettbewerbsverstöße gelten selbst dann, wenn (O-Ton Tesla)

„während der gesamten relevanten Zeit ein ‚Tesla Model S 75 D‘ mit einer ‚Standardausstattung‘ zum Kauf für einen Barzahlungsgrundpreis in Höhe von 69.019 Euro tatsächlich erhältlich gewesen ist.“

Denn andere (gesetzestreue) Hersteller wären laut Wettbewerbszentrale so benachteiligt. Ebenso wie der Verbraucher. Auf seiner Website wirbt Tesla übrigens immer noch mit dem Hinweis „Enthält Umweltbonus 2.000 Euro“. Der genannte Preis dürfte so wohl nicht mehr stimmen.

Bild: Tesla - Quelle: autobild.de, wettbewerbszentrale.de


erste Version: 04.12.2017, letztes Update: 13.12.2017


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