Porsche Cayenne Electric: brutal stark, brutal schwer

Porsche Cayenne Electric: brutal stark, brutal schwer

Porsche zeigt den dritten Streich: Nach Taycan und Macan wird auch der Cayenne elektrisch. Und der kämpft in der Schwergewichtsklasse. Denn der Porsche Cayenne Electric ist brutal stark – und brutal schwer.

Gleich vorweg: Der neue Cayenne Electric läuft parallel zum (aktuellen) Verbrenner. Dennoch preist der Sportwagenhersteller das elektrische Dickschiff als neue Ära. Passt. Denn das Topmodell rollt mit 1.156 PS zum Händler.

Der ist brutal stark und schnell

Kein Wunder also, dass Porsche den Cayenne-Stromer als „stärksten Serien-Porsche aller Zeiten“ preist. Wobei die Zuffenhausener den Stromer in zwei Versionen anbieten. Den Einstieg macht der Porsche Cayenne Electric mit „nur“ 442 PS (325 kW). So gelingt der Sprint von null auf Tempo 100 in 4,8 Sekunden. Danach steigt die Tachonadel bis auf 230 km/h.

Der Porsche Cayenne Turbo Electric liefert dagegen 850 kW oder eben 1.156 PS. So ist der Sprint in nur 2,8 (!) Sekunden absolviert. Außerdem steigt die Spitze auf 260 km/h. Gleich ist beiden Versionen der Allrad sowie das elektronische Porsche Traction Management (ePTM).

ModellLeistung
(Launch Control)
Drehmoment0 – 100Spitze
Cayenne Elctric300 kW/408 PS
325 kW/442 PS
835 Nm4,8 s230 km/h
Cayenne Electric Turbo630 kW/857 PS
850 kW/1.156 PS
1.500 Nm2,8 s260 km/h

Der Allrad ist übrigens richtig interessant. Weil brandneu entwickelt und aus dem Motorsport entliehen. Die 1.156 PS stellen lediglich die Spitzenleistung. Im normalen Fahrbetrieb liegen im Turbo „nur“ 630 KW/857 PS an. Per Push-to-Pass-Funktion und aktivierter Launch Control steht die Maximal-Power dann für zehn Sekunden zur Verfügung. Apropos: Der Cayenne Electric liefert im „Normal-Modus“ 300 kW/408 PS.

Porsche Cayenne Electric & Formel E

Ebenfalls beiden Modellen gemein ist der Akku mit 113 kWh – und rund 600 kg Gewicht. Apropos Gewicht: Der Turbo bringt satte 2.645 kg auf die Waage. Schwerer war noch kein Porsche zuvor. So brutal stark der Elektro-Cayenne ist, so brutal schwer ist das Dickschiff also. Wobei die elektrische G-Klasse sogar auf 3.084 kg kommt.

Porsche Driver Experience mit Flow Display im Porsche Cayenne Electric

Dem Porsche Cayenne Electric reichen die 113 kWh jedenfalls für eine Reichweite von bis zu 642 km. Der Turbo schafft maximal 623 km. Laden ist per 800-Volt-Technologie und bis zu 390 – unter „spezifischen Bedingungen“ sogar 400 – kW möglich. So ist der Akku in unter 16 Minuten von zehn auf 80 Prozent geladen. In zehn Minuten sind 325 (Cayenne) bzw. 315 km (Turbo) gezapft. Daheim lädt der Elektro-Cayenne sogar optional induktiv mit bis zu 11 kW. Den Verbrauch gibt Porsche übrigens mit 19,7 bis 22,3 kWh/100 km an.

Top ist der Porsche Cayenne Electric auch in punkto Rekuperation. Mit bis zu 600 kW liegt der Stromer auf Formel-E-Niveau. Laut Porsche lassen sich im Alltag „rund 97 Prozent aller Bremsvorgänge bis zum Stillstand“ über die E-Motoren erledigen.

Exterieur-Design & aktive Aerodynamik

Optisch setzen die tiefe Motorhaube, flache Matrix LED-Scheinwerfer mit optionaler HD-Technologie, stark konturierte Kotflügel und die flach abfallende Dachlinie Akzente. Dazu spendiert Porsche rahmenlose Türen, eine markante Sicke in der Türfläche und dreidimensional gestaltete Seitenschweller. Beim Cayenne in vulkangraumetallic, beim Cayenne Turbo in schwarz hochglanz. Der Turbo hebt sich zudem mit diversen Kontrastelementen im exklusiven Farbton Turbonit ab. Zum Beispiel beim Porsche-Wappen, den Stirnflächen der Leichtmetallräder und die Seitenscheibenleisten.

Gleich ist wieder das Leuchtenband mit ausgeprägter 3D-Optik und einer animierten Grafik sowie der beleuchte Porsche-Schriftzug im Heck. Ein spezielles Offroad-Paket optimiert Böschungswinkel und Robustheit. Dank einer aktiven Aerodynamik erreicht der Cayenne Electric übrigens einen Top-cW-Wert von 0,25. Zu den aktiven Aero-Elementen zählen bewegliche Kühlluftklappen in der Front, ein adaptiver Dachspoiler sowie – beim Turbo – aktiven Aeroblades im Heck.

Die Maße verrät Porsche mit 4.985 mm Länge, 1.980 mm Breite sowie 1.674 mm Höhe. Somit ist der Electric im Vergleich zum Verbrenner um 55 mm länger. Der Radstand legt sogar um fast 13 (!) cm auf 3.023 mm zu. Der Kofferraum verstaut 781 bis 1.588 l. Dazu kommt ein Frunk mit weiteren 90 l. Sowie (je nach Ausstattung) eine Anhängelast von bis zu 3,5 t.

Porsche Cayenne Electric: größtes Display ever

Innen begeistert der Elektro-Cayenne – dank dem größeren Radstand – vor allem mit (mehr) Platz. Ein Panorama-Schiebedach verspricht ein „luftiges Raumgefühl“. Sowie die „Sunshine Control“, eine elektrisch schaltbare Flüssigkristallfolie. Ein weiteres Highlight ist die neue Flächenheizung. Diese wärmt nicht nur die Sitze, sondern auch Kontaktflächen wie Armauflagen und Paneele. Dazu gibt es eine Ambientebeleuchtung samt Kommunikationslicht.

Porsche Cayenne Electric: brutal stark, brutal schwer

Der eigentliche Clou aber ist die Digitalisierung. Herzstück der neuen Porsche Driver Experience ist das Flow Display. Ein gebogenes OLED-Panel, das sich bis in die Mittelkonsole zieht. Der Fahrer schaut auf ein volldigitales Kombiinstrument in 14,25 Zoll, ebenfalls mit OLED-Technologie. Der Beifahrer auf ein eigenes (optionales) 14,9 Zoll großes Display. Mehr Displayfläche gab es bei Porsche noch nie. Dennoch halten die Stuttgarter auch an physischen Tasten und Reglern für häufig genutzte Funktionen wie Klima und Audio fest.

Ansonsten erlauben Widgets den Zugriff auf bevorzugte Funktionen. Per Themes App sind alle Displays individuell anpassbar. Über die Porsche App Center wieder Drittanbieter-Apps direkt ins Fahrzeug integriert. Der KI-gestütze Voice Pilot versteht komplexe Anfragen und reagiert wie ein echter Gesprächspartner. So ist zum Beispiel die Navigation intuitiv steuer- und Onlinewissen abfragbar. Der Porsche Digital Key wandelt Smartphone oder Smartwatch in einen Fahrzeugschlüssel, der mit bis zu sieben weiteren Nutzern teilbar ist.

Bestellungen ab sofort möglich

Bestellungen für den Porsche Cayenne Electric sind ab sofort möglich. Billig ist der Edel-Stromer allerdings nicht. Der Cayenne Electric startet ab 105.200 Euro, der Cayenne Turbo Electric bei 165.500 Euro. Das klingt teuer, ist aber sogar günstiger als das Topmodell mit Verbrenner. Der Cayenne Turbo E-Hybrid ist ab 187.600 Euro eingepreist.

Zur Option stehen 14 Lackierungen, neun Felgen-Designs in 20 bis 22 Zoll sowie zwölf Interieur-Kombinationen. Die Porsche Exclusive Manufaktur erfüllt zudem Sonderwünsche. Generell Serie: eine adaptive Luftfederung mit dem Porsche Active Suspension Management (PASM). Der Turbo verfügt zudem über die Hinterachsquersperre Porsche Torque Vectoring Plus (PTV Plus).

Bilder: Porsche

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert