Zugegeben: Der Luka EV schaut schon etwas ungewöhnlich aus. Retro halt. Hinter dem Stromer steckt das bisher eher unbekannte Unternehmen MW Motors. Der Clou: Der Luka EV soll tatsächlich in die Serie.
Skoda kennt jeder, eventuell sagt so manchen noch Tatra und Aero etwas. Aber MW Motors? Nie gehört? Das könnte sich ändern. Denn das Unternehmen aus tschechischen Štěnovice nahe Pilsen stellte gerade seinen Luka EV vor. Der EV verweist schon ganz richtig auf ein Electric Vehicle, also ein Fahrzeug mit Elektroantrieb. Der Look lässt diese Technik dagegen weniger erahnen. Denn der Luka ist durch und durch Retro. Angelehnt an Modelle aus den 1950ern oder 1960ern. Vorne ein VW Karmann Ghia, das Heck hingegen (mit Fantasie) ein Aston Martin DB4. Das Interieur ist ebenfalls Retro: Sitze in Leder und ein großes Lenkrad. Das Armaturenbrett besteht hingegen aus Carbon, statt Schalthebel gibt es ein Wählrad – und einen Touchscreen.
MW Motors Luka EV: 300 km Reichweite
Der A-Antrieb des Luka EV – übrigens das Erstlingswerk von MW – besteht aus vier Radnabenmotoren mit jeweils 12,5 kW. Macht insgesamt 50 kW bzw. 68 PS. Nicht viel, dem Luka aber angeblich genug für einen Sprint von null auf Tempo 100 in 9,6 Sekunden. Auch der Akku ist eher klein und fasst nur 21,9 kWh. Trotzdem genug für rund 300 km Reichweite. Weil der Luka gerade mal 6,8 kWh pro 100 km verbraucht. Sagt MW Motors. Der Grund ist simpel: Der Luka ist mit nur 815 kg ein absolutes Leichtgewicht. Möglich machen es ein Chassis aus Aluminium sowie – der kleine Akku.
Fazit: Der Zweisitzer punktet mit Effizienz statt Power. Apropos: Die Spitze nennt MW Motors übrigens mit 146 km/h. Ebenfalls interessant: Der Luka ist keine bloße Studie, sondern soll in die Serie. Hier bedarf es allerdings noch einem Crashtest. Wann die Produktion startet, ist daher leider noch offen. Zumal MW darauf verweist, dass sich die Spezifikationen des Elektroautos durchaus noch ändern könnten.
Bild: MW Motors
Bitte, bitte, bitte, liebe MW Motors, zeigt der Welt mit dem Luca EV, dass es noch Menschen unter den Designern gibt, denen Blut durch die Adern fließt! Und was heißt hier ›Retro‹ – wie wär’s mit ›Schön‹? Es gibt genug Kampfjets und Panzerwagen im Straßenbild. SUV erzeugen mittlerweile ein einheitliches Bild, das an Hässlichkeit nicht mehr zu überbieten ist. Erst ab 80.000 EUR darf’s auch etwas schöner werden. Einzig die Elektro-Neuauflagen, die dem einstigem Klassiker treu geblieben sind, schaffen hier Abhilfe: Der Fiat 500 und der Mini. Ein sympathisches Lächeln täte mehr für ein freundlicheres Miteinander im Straßenverkehr als jede Verkehrsregel. Also bitte bringt den Luca und zeigt gerade den deutschen Herstellern, was verdammt noch mal ihre Aufgabe zu sein hat. Freude am Fahren wieder erlebbar zu machen.