Bis zu 600 km Reichweite? Laden in nur zehn Minuten? Die Verge TS Pro soll genau das können – dank Feststoffakku. Verfügbar ist das erste Elektromotorrad mit SSB ab sofort, ausliefern will Verge noch in Q1.
Es klingt alles ein bissel zu schön, um wahr zu sein. Und tatsächlich scheint Skepsis zumindest angebracht. Verge Motorcycles verspricht mit der TS Pro das weltweit erste E-Motorrad mit Feststoffakku. Die Batterie stammt zwar von Donut Lab, ist aber quasi hauseigen. Weil Donut Lab ein Ableger ist.
Verge setzt auf eigenen Feststoffakku
Entsprechend ist der Donut Lab Feststoffakku ein Eigenprodukt des finnischen Motorradherstellers. Wobei von Donut Lab auch der aufgefrischte Felgenmotor stammt. So oder so: Premiere feiert die Verge TS Pro mit Feststoffakku gerade auf der CES 2026 in Las Vegas (bis 9. Januar).
Diese Solid State Battery (SSB) gibt es in der Verge TS Pro als
- Standard-Batterie mit 20,2 kWh und 350 km Reichweite oder
- „Große Batterie“ mit 33,3 kWh und 600 km Reichweite.
Allzu viele Details zum neuen Akku wollten allerdings weder Verge noch Donut Lab im Vorfeld verraten. Die Energiedichte beträgt angeblich 400 Wh/kg. Zum Vergleich: Derzeit typische Akkus kommen auf 250 bis 300 Wh/kg. Laut Verge ist der Akku jedenfalls serienreif. Schon ab dem aktuellen ersten Quartal soll dieser in allen 2026er Verge-Motorrädern zum Einsatz kommen.
Fakt ist: Der Feststoffakku verspricht mehr Reichweite bei weniger Gewicht sowie richtig schnelle Ladezeiten. Letztere liegen bei der Verge TS Pro bei nur zehn Minuten. Und zwar komplett, nicht wie sonst üblich für maximal 80 %. Die Zeit gilt zwar für den kleinen Standardakku, doch bisher lag die Ladedauer bei 35 Minuten. Nötig für die Ladepower sind übrigens ein CCS-Anschluss und 200 kW Leistung. Außerdem soll der Feststoffakku für 100.000 Ladezyklen taugen – ohne an Kapazität zu verlieren. Wieder zum Vergleich: Aktuelle Akkus schaffen 1.000 bis 5.000 Zyklen, also deutlich weniger. Selbst extreme Bedingungen machen dem Donut Lab-Feststoffakku angeblich nichts aus. Sogar bei minus 30 Grad Celsius verspricht Verge 99 % Leistungsfähigkeit.
Verge TS Pro mit Feststoffakku
Was die Finnen wieder verschweigen sind die Materialien der Solid State Battery. Donut Lab spricht lediglich von „reichlich vorhandenen“ sowie „preiswerten und geopolitisch sicheren Materialien“.

Ausliefern will Verge wie gesagt schon im ersten Quartal 2026. Der Clou: Die Preise steigen nicht. Weil die Solid State Battery günstiger ist als der bisherige Akku. Apropos: Eingepreist ist die Verge TS Pro mit Feststoffakku in Deutschland ab 36.581 Euro. Die große Batterie kostet noch mal 3.000 Euro extra. Farblich stehen der Verge TS Pro sieben Optionen zur Wahl: weiß, schwarz, rot, gelb, grün, blau und pink – jeweils ohne Aufpreis.
Ansonsten bleibt es bei den bekannten Daten. Der neue Donut 2.0-Motor ist zwar um die Hälfte leichter, kommt aber wie zuvor auf 102 kW/139 PS und 1.000 Nm. So rennt das Motorrad in 3,5 Sekunden von null auf Tempo 100. Sowie 200 km/h Spitze.
Interessante Randnotiz: Donut Lab will seinen Feststoffakku auch Autobauern anbieten. Zusammen mit Watt Electric arbeite man an einer Plattform, welche eben dem Solid State Battery auch die neuen Donut-Motoren mitbringt.
Bilder: Verge Motorcycles